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Operational Resilience unter DORA: Warum Incident-Prozesse oft zu langsam sind

Operational Resilience unter DORA: Warum Incident-Prozesse oft zu langsam sind

Operational Resilience klingt wie ein großes Programm. In der Praxis entscheidet sich aber sehr vieles an einer erstaunlich einfachen Frage: Wie schnell wird aus einem technischen Problem eine klare Entscheidung – und wie schnell wird aus dieser Entscheidung ein koordinierter Ablauf? Genau an dieser Stelle sind Incident-Prozesse in vielen Organisationen zu langsam. Nicht, weil Menschen nicht reagieren. Sondern weil sie im entscheidenden Moment zu viel klären müssen, was eigentlich längst geklärt sein sollte.

Wenn DORA ernst genommen wird, verschiebt sich der Blick vom „Incident als IT-Aufgabe“ hin zu „Incident als Betriebsfähigkeit“. Das ist kein kosmetischer Unterschied. Ein IT-Team kann einen Fehler beheben und trotzdem kann das Unternehmen als Ganzes langsam sein: weil Auswirkung und Priorisierung unklar bleiben, weil Kommunikation zögert, weil Dienstleister nicht sauber eingebunden werden, weil Freigaben fehlen oder weil das Thema Wiederherstellung erst dann strukturiert wird, wenn bereits wertvolle Zeit verloren ist. In Audits zeigt sich das häufig in einem typischen Muster: Prozesse sind beschrieben, Tickets existieren, aber die End-to-end-Kette ist brüchig. Und wenn die Kette brüchig ist, wird Geschwindigkeit zur Glückssache.


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NIS2: Warum „compliant“ nicht gleich „resilient“ ist – und was Sie jetzt ändern müssen

NIS2: Warum „compliant“ nicht gleich „resilient“ ist – und was Sie jetzt ändern müssen

Einordnung zum Veröffentlichungszeitpunkt: NIS2 gilt bereits im deutschen Umsetzungsrecht: Das NIS-2-Umsetzungsgesetz ist am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten. Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt deshalb auf der laufenden Wirksamkeit der Sicherheitsorganisation, nicht auf der Vorbereitung eines noch ausstehenden Gesetzes. Quelle

NIS2 bringt viele Organisationen in eine vertraute Komfortzone: Anforderungen lesen, Maßnahmen ableiten, Dokumente erstellen, Checklisten abhaken. Das fühlt sich nach Fortschritt an – und ein Teil davon ist auch wirklich notwendig. Trotzdem gibt es ein Problem, das in der Praxis häufig erst dann sichtbar wird, wenn es ernst wird: „Compliant“ heißt nicht automatisch „resilient“.


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Vom Passwortklau zur Cyberkrise – So haben sich Angriffe verändert

Vom Passwortklau zur Cyberkrise – So haben sich Angriffe verändert

Es gab eine Zeit, in der ein „Hackerangriff“ noch so simpel war, dass er mit wenigen Tastenanschlägen und einem guten Gedächtnis durchgeführt werden konnte. In den 1980er-Jahren bestand ein typischer Angriff häufig darin, das Passwort eines Kollegen zu erraten, einen einfachen Standardzugang zu nutzen oder eine öffentlich zugängliche Systemlücke auszuprobieren. Die ersten digitalen Einbrüche waren oft das Ergebnis von Neugier, technischem Spieltrieb und der Lust am Ausprobieren, nicht von krimineller Energie. Heute dagegen sprechen wir von hochgradig professionell organisierten Cyberoperationen, die sich über Ländergrenzen hinweg koordinieren, ganze Industriezweige lahmlegen, Milliardenverluste verursachen und sogar politische Machtverhältnisse beeinflussen können. Die Entwicklung von diesen Anfängen zu den komplexen, globalen Bedrohungen unserer Zeit ist eine Geschichte von technologischem Fortschritt, wachsendem wirtschaftlichem Interesse und einer stetigen Professionalisierung der Angreifer. Wer diese Entwicklung nachvollzieht, erkennt, warum Informationssicherheit nicht länger als punktuelle Maßnahme verstanden werden kann, sondern als Dauerzustand, als Fähigkeit, trotz Störungen zu funktionieren, schnell zu reagieren, sich anzupassen und gestärkt aus Vorfällen hervorzugehen.

Die frühen Jahre: Sportlicher Wettbewerb und technische Neugier

In den Anfangsjahren der Vernetzung, Ende der 1970er- und in den 1980er-Jahren, war Hacking häufig eher ein sportlicher Wettbewerb. Viele der frühen Computerpioniere wollten beweisen, dass sie Systeme verstehen und austricksen konnten. Wer es schaffte, sich in ein Bulletin Board System oder einen Uni-Mainframe einzuloggen, gehörte zu einem kleinen Kreis von Eingeweihten. Dabei ging es selten um Geld. Stattdessen stand der Reiz im Vordergrund, etwas Verbotenes zu tun, ohne erwischt zu werden, und sich dadurch einen Namen in der Szene zu machen. Ein legendäres Beispiel aus dieser Zeit ist der „Morris Worm“ von 1988. Robert Tappan Morris, ein Student, wollte eigentlich nur herausfinden, wie groß das Internet war. Sein Programm sollte sich kontrolliert von Rechner zu Rechner ausbreiten, um eine Zählung durchzuführen. Doch ein Fehler im Code sorgte dafür, dass der Wurm sich ungebremst vervielfältigte und einen großen Teil des damals noch kleinen Internets lahmlegte. Der Schaden war immens, doch die Motivation dahinter war nicht kriminell – es war ein Experiment, das aus dem Ruder lief. Diese Phase war geprägt von einer informellen Ethik: Wissen teilen, Barrieren überwinden, Systeme verstehen. Die Werkzeuge waren einfach, die Angriffsflächen klein, die Verteidiger oft ahnungslos, aber die Konsequenzen meist überschaubar.


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